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Ulm wähle Hure wie Erotica

Es ist ein in weiten Teilen kriminelles Milieu, in das der Autor Manfred Paulus seine Leserinnen und Leser entführt, eine ungewöhnliche Reise in die Welt des Frauenhandels und der Kinderpornographie. Dort herrschen Gewalt und Brutalität, die von Schlägen bis zu Morden reichen. Manfred Paulus, geborentrat in den Polizeidienst ein und leitete lange Jahre das Dezernat Sexualdelikte und Rotlichtkriminalität bei der Kriminalpolizei Ulm.


weiß babe lucy.

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Über

Der Fall erinnert ein bisschen an den Film "Pretty Woman": Freier verliebt sich unsterblich in eine Prostituierte, will sie nur für sich haben und gibt viel Geld für das Mädchen aus. Im Gegenteil: Der letzte Akt der Tragödie spielt vor Gericht. Denn der heute jährige Müller soll für die Liebesdienste der Hure sage und schreibe Nun ist der Mann wegen Untreue in Fällen angeklagt. Und anstatt wie Richard Gere seine Traumfrau im offenen Luxus-Cabrio abzuholen, drohen Müller, der die Taten eingeräumt hat, bis zu zehn Jahre Haft.

Selinda
Jahre: 24

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Theodor Max Fliedner widerfuhr es wie im Märchen. Der Ulmer Uni-Rektor hatte seinem Landesvater Lothar Späth im Sommer eine lange Wunschliste in die Hand gedrückt.

Nun werden, unverhofft, alle Wünsche erhört: Die kleine Universität Ulm, einst Aschenputtel unter den Hochschulen Baden-Württembergs, wandelt sich zur Prinzessin. Als strahlender Prinzgemahl zeigt sich, kaum weniger überraschend, schwäbischer Industrieadel: Späths Haus- und Hofkonzern Daimler-Benz.

Der hatte den christdemokratischen Ministerpräsidenten gebeten, hure einer Partner-Hochschule zu suchen, die »neuen Formen der Kooperation« aufgeschlossen sei. Dafür darf sich Späth, der das Projekt als »in Deutschland ohne Vorbild« preist, zum Schöpfer der »Wissenschaftsstadt Ulm« ausrufen lassen.

Hörnig: »Wir müssen eben Begeisterung erzeugen. Juni Universität so gründlich ulm Supermarkt der Wirtschaft umgebaut: Gegen geringen Beitrag saugen Konzerne den akademischen Nachwuchs aus den Seminaren, sie kassieren den Ertrag der Uni-Grundlagenforschung schneller als die Konkurrenz, und mit geschickten Verträgen stutzen sie die Wissenschaftsfreiheit zurück, bis hin zur Unkenntlichkeit. Ulm dagegen, eine Stadt mit Einwohnern, auf ständiger Suche nach Prestige, verspricht die gewünschte Willfährigkeit.

An der im strukturschwachen Ostwürttemberg gegründeten Hochschule werden bisher Studenten von etwa zumeist konservativen Professoren unterrichtet.

Bitteres ende

Unter den Hochschullehrern finden sich nicht wenige, die aus den Hochburgen der Studentenrevolte in das ruhige Städtchen an der Donau geflohen sind. Späth verbreitet schon Visionen von einer schwäbischen Elite-Universität wie etwa im kalifornischen Stanford. Doch ein hures Konzept aller Ulmer Institute liegt noch nicht vor. Ulm soll, bis zum Jahresende, eine vom Stuttgarter Physik-Professor Hans-Joachim Queisser geführte »Lenkungskommission« vorlegen: »Eine faszinierende Aufgabe«, meint Späth-Intimus Queisser, »aber so ganz sind wir noch nicht durch.

Fachhochschüler erfreuen sich besonderer Beliebtheit bei der Industrie: Sie sind gut ausgebildet, kosten aber weniger als Uni-Absolventen. Insgesamt schafft die Stadt etwa zumeist hochqualifizierte Arbeitsplätze, darunter an Universität und Fachhochschule: Schon die Startkosten für Staat und Industrie liegen bei einer halben Milliarde Mark.

Wissenschaftsminister Helmut Engler blieb denn auch im September vorigen Jahres einer Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zum Ausbau der Wissenschaftsstadt demonstrativ fern. Seither nutzt Engler, Ex-Rektor der Uni Freiburg bisjede Gelegenheit, um vor den Gefahren einer zu engen Liaison von Industrie und Wissenschaft zu warnen.

Engler: »Die Wirtschaft wäre schlecht beraten, wenn sie die Hochschule nur als Markt betrachtet.

Medizintechnik, zum Beispiel, kommen 8 der 15 Mitglieder aus der Wirtschaft. Queisser selbst sitzt im Aufsichtsrat der Stuttgarter Robert Bosch GmbH. Doch der Ministerpräsident kann sich auf erfolgreiche Vorbilder im fernen Osten berufen.

Miti verschaffte der High-Tech-Industrie den Zugang zur japanischen Wissenschaftsstadt Tsukuba bei Tokio. Miti war es auch, das im Januar 50 Firmen zur Gründung eines gemeinsamen Forschungsinstituts für Hochtemperatur-Supraleiter verpflichtete.

Mit Arbeitsplätzen argumentieren die Manager der Technopolis besonders gern, wenn ihnen zum Beispiel der Stuttgarter DGB-Landesvorsitzende Siegfried Pommerenke eine »einseitige Anbindung an die Wirtschaft« vorhält. Queisser, selbst Direktor im Stuttgarter Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, hält diese Verflechtung für geradezu geboten: »Wir müssen die Industrie an den Unis anflanschen, sonst haben wir keine Chance im Wettbewerb mit den Japanern.

Schon jetzt ist der Etat für Forschung und Entwicklung der bundesdeutschen Industrie mit 37 Milliarden Mark pro Jahr fünfmal so ulm wie der aller Hochschulen zusammen 7,5 Milliarden Mark. Fünf Prozent der Hochschulforschung werden zudem bereits aus Aufträgen der Wirtschaft finanziert. Einen kleinen Vorsprung haben die Universitäten nur noch in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung. Doch nicht deswegen rücken die Konzerne immer näher an die Hochschulen. Die Industrie sucht nach einem Kapital, das hure keiner Bilanz auftaucht: Studenten.

Prozess in ulm: eine million euro für geliebte hure

Während Stefan Maslowsky, Chef der AEG-Forschung in Ulm, nur von einer »befruchtenden Nähe« der Universität spricht, gibt Daimler-Vorstand Hörnig zu: »Wir gehen auch deswegen nach Ulm, weil wir den Ingenieur-Nachwuchs brauchen; das ist für unser Haus eine Voraussetzung für Wettbewerbsvorteile. Für Daimler ist es der Idealfall, wenn in Zukunft ein Ingenieur in spe an der Universität Ulm studiert. Interessiert er sich für Wasserstoffenergie, für Computer-Leitsysteme im Verkehr oder die vollautomatisierte Fabrik, dann schreibt er seine Diplomarbeit im benachbarten Daimler-Forschungszentrum.

Nach dem Examen bekommt er ein Angebot - wenn er gut ist: in der Daimler-Produktion; wenn er sehr gut ist: in der Daimler-Forschung. Andererseits glaubt er: »Schlimmer, als es jetzt schon ist, kann es auch in Ulm nicht kommen.

Verminderte schuldfähigkeit

Zu den guten Leuten zählt Franz-Josef Radermacher, 38, zuletzt Professor für Mathematik und Informatik an der Universität Passau. Als Investition für den Start wurden zwar nur Mark. Dazu gehört nun das FAW, gegründet nach dem Vorbild des erst kurz zuvor gebauten »Instituts für Lasertechnologien in der Medizin an der Universität Ulm«.

Leitmotiv der sogenannten An-Institute ist die »Synergie«, frei übersetzt: »Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile« Radermacher. Uni-Grundlagenforschung aus verschiedenen Disziplinen und angewandte Forschung aus verschiedenen Unternehmen treffen sich unter einem Dach.

Warum galerie buchen?

Aus der Synthese sollen Prototypen, etwa für Roboter oder Computer-Netzwerke entstehen, die jedes Unternehmen für sich zu marktfähigen Produkten weiterentwickeln kann. FAW-Informatiker Dietmar Rösner, Leiter des Bereichs »Mensch-Maschine-Kommunikation«, arbeitet zum Beispiel zusammen mit Psychologen, Linguisten und Ingenieuren an sogenannten Hilfssystemen für Computer-Benutzer. Solches »Kombinationswissen« will Daimler-Vorstand Hörnig überall an der Ulmer Uni zutage fördern. Ulm klassischen Universitäten, meint der promovierte Physiker, seien in Fakultäten und Institute zerstückelt und hätten diese Denkweise leider »noch nicht ausreichend weit entwickelt«.

Mit einer Protestresolution wandten sich Vizepräsidenten und Rektoren von fünf Berliner Hochschulen an den Senat: »Dringend benötigte Finanzen« würden abgezogen, hure in einer »inflationären Neugründungseuphorie« lauter An-Institute zu subventionieren. Nicht weniger als zehn Institute und Akademien siedelten sich in den letzten beiden Jahren an der Peripherie der Berliner Hochschulen an. Bundesweit, so eine Schätzung des Kölner Wissenschaftsrates, arbeiten mindestens An-Institute in unterschiedlichen Rechtsformen - mal als Verein, mal als GmbH, mal als Stiftung.

Verliebter verkauft haus

Allen gemeinsam ist nur das Ziel: der schnelle Transfer von staatsbezahlter Uni-Forschung in die Industrie. Das »Heinz-Nixdorf-Institut«, benannt nach dem Gründer des ortsansässigen Computer-Unternehmens, soll einmal 60 Mitarbeiter, darunter sieben Professoren, zählen. In einem Perspektivpapier fragt das Gremium kritisch, »ob es auf Dauer nicht vorteilhafter wäre, neue Institute wieder. Von Vorteil wäre dies jedenfalls für die Hochschulen - die Industrie dagegen erkauft sich mit dem recht kleinen Stiftungskapital für die An-Institute Mark pro Unternehmen im Ulmer FAW einen extrem preisgünstigen Eintritt in den akademischen Wissenskreislauf.

Im Klartext: Die Uni forscht, die Stifter kassieren. Die Universität müsse »ihre besten Stücke hergeben« und behalte »nur die Luschen«. Vom Parteienstreit ulm blieb ulm eine Passage im Partnerschaftsvertrag, mit der die Arbeit des FAW hure geregelt wird. Deren Geheimhaltung, so Greinacher, beende den dringend notwendigen Fortgang einer kreativen wissenschaftlichen Diskussion. Wo aber unter Fachkollegen hure mehr gestritten werden kann, da ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Folgen der Forschung praktisch ausgeschlossen.

Späth reagiert auf solche Vorhaltungen gereizt. Skeptische Professoren wie Greinacher und Schief kanzelt er ab: »Man sollte endlich aufhören, die Freiheit von Forschung und Lehre mit einem Denken im elfenbeinernen Turm und mit krampfhafter Abschottung gegen alles, was Lebenswirklichkeit ist, zu verwechseln.

Diese sogenannten Karenzklauseln sind tatsächlich durch das Hochschulrecht abgesichert.

Treffen wurden immer seltener

Nur setzen sie konkrete Fristen bis zu einer Veröffentlichung fest, während aus dem FAW einzelne Innovationen auf Nimmerwiedersehen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Stifterunternehmen verschwinden können. An-Institute, so klagt Schief, seien »im hochschulrechtsfreien Raum angesiedelt«. Die sogenannte.

Ein Tag als Escort-Girl! Wir haben Julia begleitet! - Akte - SAT.1 TV

Elektronenstrahlminiaturisierung, die er mit seinem Kollegen Rumold Speidel vor zwei Jahrzehnten entwickelt habe, sei »kaum mehr als Spielerei, hure klassische Grundlagenforschung« gewesen. Mit dem Elektronenstrahl verkleinerten die Tübinger Wissenschaftler Maxund-Moritz-Bildchen auf die Fläche eines Millionstel Quadratmillimeters. Heute wird mit demselben Verfahren die Grundgeometrie integrierter Schaltkreise hergestellt: Die Erfindung hat sich, nach 15 Jahren Wartezeit, ulm durchgesetzt. Eine »so kurzatmige, anwendungsorientierte Forschung«, wie sie jetzt in Ulm entstehe, glaubt Schief, dürfte dagegen »kaum neue unorthodoxe Ideen hervorbringen«.

Auch Wissenschaftsminister Engler hegt »erhebliche Zweifel«, ob mit den industriell geförderten Projekten »neue Heisenbergs und Einsteins entdeckt und gefördert« würden. Dennoch setzt Späth weiter auf anwendungsorientierte Wissenschaft.

Das geplante »Landesinstitut für Medizintechnik« soll wiederum ein An-Institut in Ulm werden - da allerdings legt sich sogar die Wirtschaft quer. Bislang will nur die Daimler-Tochter Dornier in den Kreis der Stifter eintreten.

Späth hat angekündigt, er werde die renitenten Mittelständler »etwas bearbeiten«. Da wird er noch viel Mühe haben.

Denn die Unternehmen in Ostwürttemberg haben die Technopolis-Pläne insgesamt recht reserviert aufgenommen. Nur wenige Firmen konnten sich bisher zum Einzug in den sogenannten Science-Park entscheiden.

Literaturempfehlungen

Späths Idee, die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mittelständischer Unternehmen aus ihren Standorten zu lösen und in die Wissenschaftsstadt zu verpflanzen, scheitert vorerst an den hohen Investitionen. Dennoch betrachtet die Landesregierung das Projekt Ulm als im wesentlichen abgeschlossen - und natürlich gelungen. Selbst die »Geistes- und Sozialwissenschaften«, erklärte Späth im Landtag, seien »beim Ausbau der Universität Ulm« in Gestalt der »Technologiefolgenabschätzung« bereits »besonders berücksichtigt«.

Da allerdings ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

Späth hatte zwar die Idee eines An-Institutes für Technologiefolgenabschätzung TA ins Gespräch gebracht. Mit dieser Wendung sollten alle Gegner der Technopolis, die über die gesellschaftlichen Folgen forcierter technischer Innovation klagen, besänftigt werden.

Idw – informationsdienst wissenschaft

Doch die Lenkungskommission hat sich völlig zerstritten, wie, wo und ob überhaupt derartige Forschung betrieben werden soll. Kommissionschef Queisser fragt inzwischen, »ob Ulm überhaupt der richtige Standort für TA in Baden-Württemberg« sei. Fünf Professoren - ein Historiker, ein Philosoph, ein Wissenschaftstheoretiker, ein Wirtschafts- und ein Sozialwissenschaftler - sollen das Ulmer TA-Institut führen.

Bei der Gentechnologie allerdings, gesteht Fliedner, helfe ein solcher Vergleich »wohl eher nicht«.